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Programmbeschwerde von Anja
Diese Beschwerde kannst du anpassen und dann in deinem Namen abschicken.
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06.06.2026 | 09:00 Uhr
T V
Info
Nordmagazin
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Begründung und weitere Details:
Rundfunkbeschwerde zum Beitrag „Tag der Bundeswehr in Laage“ Sendung: NDR Fernsehen | Nordmagazin | 06.06.2026 | 19:30 Uhr Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit erhebe ich Beschwerde gegen Ihren Beitrag „Tag der Bundeswehr in Laage“. 1. Der Beitrag hinterfragt die Veranstaltung an keiner Stelle kritisch. Er zeigt weder unterschiedliche Perspektiven noch das gesellschaftliche Spannungsfeld rund um Aufrüstung und die zunehmende Präsenz der Bundeswehr im öffentlichen Raum: bis tief in den Alltag der Familien (Bundeswehrwerbung auf Pizzakartons, Brötchentüten, Eisbechern, Straßenbahnen, ja in den Schulen und nun als Volksfest inszeniert. Auszug aus der Werbung für den Bundeswehtag in Laage: „Erleben Sie unsere Flieger direkt neben Ihnen und mit voller Leistung in der dritten Dimension. … Hier ist für jeden etwas dabei. … Wir bieten Programmpunkte für die ganze Familie.“ Die Werbung der Bundeswehr für diesen Tag der Bundeswehr klingt wie die Ankündigung einer Kirmes – nur dass die Attraktion Waffensysteme sind. Alles wird familienfreundlich präsentiert und senkt die Schwelle für eine kritische Auseinandersetzung mit Waffen, Krieg und Gewalt. Die Folgen militärischer Einsätze bleiben völlig unsichtbar. In ihrer Sendung nicht einmal ein vorsichtiger Seitenverweis dazu. Statt journalistischer Einordnung begleitet er die Veranstaltung nahezu ausschließlich positiv und übernimmt die Selbstdarstellung der Bundeswehr weitgehend unkommentiert. Und das in einer Zeit, in der Begriffe wie „Kriegstüchtigkeit“ oder „Kriegswirtschaft“ die öffentliche Debatte prägen, während Diplomatie und Friedenspolitik nicht wahrnehmbar sind. Formulierungen wie die Vorstellung einer „offenen und volksnahen Strategie“ oder die Betonung der Bedeutung von Werbung werden nicht hinterfragt, sondern verstärkt. Dass die flächendeckende Werbung der Bundeswehr – von Schulen über den öffentlichen Raum bis in den Alltag – gesellschaftlich kontrovers diskutiert wird, bleibt unerwähnt. Der Beitrag wirkt dadurch eher wie ein werblicher Begleitbeitrag als wie kritischer öffentlich-rechtlicher Journalismus. 2. Meine Hauptkritik betrifft jedoch die Darstellung der Proteste. Ich war selbst Teil der Protestaktion und habe das Geschehen unmittelbar miterlebt. Umso befremdlicher ist die Art der Berichterstattung. Die Protestierenden werden zwar gezeigt, erhalten aber keinerlei Möglichkeit, ihre Beweggründe selbst zu erläutern. Stattdessen wird ihnen im O-Ton unterstellt, sie hätten ein Problem damit, dass Deutschland sich im Ernstfall verteidigt. Diese Aussage gibt weder die Position der Protestierenden wieder noch wird sie durch eine Stellungnahme oder ein Interview belegt. Der Beitrag ersetzt die Stimmen der Protestierenden durch eine Zuschreibung ihrer Motive. ! Dabei lag der Redaktion bereits im Vorfeld eine Pressemitteilung vor !, in der die Gründe unseres Protests ausführlich dargelegt wurden. Kein einziger dieser Gründe findet Eingang in den Beitrag. Stattdessen werden Bilder der Protestierenden verwendet, während über sie gesprochen wird, ohne ihnen selbst eine Stimme zu geben. Hinzu kommt eine aus meiner Sicht sachlich falsche Darstellung des Protestes. Im Beitrag ist von „vereinzeltem Protest“ die Rede. Tatsächlich gab es eine zusammenhängende Friedenskette mit rund 100 Menschen. Die Bildauswahl zeigt hauptsächlich einzelne Personen beim Hinzukommen und erzeugt dadurch den Eindruck eines kleinen, verstreuten Protests. Dieser Eindruck entspricht nicht den tatsächlichen Verhältnissen vor Ort. Ich fordere den NDR hiermit daher auf, die Darstellung des Protests – insbesondere die Aussage vom „vereinzelten Protest“ sowie die Unterstellung der Beweggründe der Protestierenden – öffentlich richtigzustellen. Gleichzeitig biete ich der Redaktion ausdrücklich ein Gespräch mit den Organisatoren der Protestaktion an, damit unsere tatsächlichen Beweggründe und die Abläufe vor Ort nachvollziehbar dargestellt werden können. Eine solche Auseinandersetzung würde dem öffentlich-rechtlichen Auftrag zur ausgewogenen Berichterstattung und zur Abbildung gesellschaftlicher Vielfalt gerecht werden. Bevor sich noch mehr Menschen von Ihnen abwenden. Ich bitte um eine Stellungnahme zu dieser Beschwerde und hoffe, dass sie Anlass ist, die Berichterstattung entsprechend zu überprüfen und zu korrigieren. Mit freundlichen Grüßen Anja Lues
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